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Dirk Martens, der Präsident des Schachverbandes Schleswig-Holstein, war sichtlich vergnügt. Auf der Bühne zeigte er beim traditionellen Eröffnungssong „One Night in Bangkok“ zur Deutschen Schach Amateurmeisterschaft in Travemünde einige sehenswerte Hüftschwünge. Oder, wie es Turnierchefin Sandra Schmidt formulierte: „Das sah sensationell gut aus bei Dirk. Ansonsten müssen wir alle wohl noch ein wenig an der Choreografie arbeiten.“ Ja, Dirk Martens war gut gelaunt, bei „seiner“ DSAM im, wie er sagte, „schönsten Bundesland“. Zwar hätte das Wetter diesmal besser sein können, ein Teilnehmer sprach sogar von "Schietwetter", aber: Wer möchte Martens Einordnung widersprechen angesichts von Meeresbrise und wunderbarer Strände, die vor allem Turniermaskottchen Bella wieder ausgiebig genoss? Martens äußerte auch den Wunsch am Sonntag, die DSAM möge bitte auch 2027 wieder an der Ostsee stattfinden. Sein Wunsch, quasi Befehl für Sandra Schmidt. Sie tütete am Montagmorgen, gleich nach dem Frühstück, wieder den Vertrag mit dem Maritim Strandhotel, Veranstaltungschefin Julia Nodorp und Hoteldirektor Thomas Liedl, ein. Für viele DSAM-Teilnehmer und -Teilnehmerinnen ist der Frühlings-Schach-Urlaub damit also wieder gesichert.
Der Anfang ist gemacht. „Ein solider Schritt“ sei das fürs erste gewesen, sagte Matthias Blübaum nach seinem Remis gegen Wei Yi. Ganz entspannt wirkte er dabei. Auch, als er später auf den Social-Media-Hit #GreatBluebaumSweep angesprochen wurde. Den habe er "wohl ruiniert“. Ja, der sei nun offiziell vorbei, hieß es auch im Netz, weil die von der Community anvisierten 14 Punkte aus 14 Partien nun nicht mehr möglich seien - aber 13,5 Punkte seien ja schließlich auch eine große Sache. „ER WIRD GEWINNEN! Dieses Unentschieden war nur ein Opferritual für die gefährliche Version, die er gleich entfesseln wird“, schrieb ein Spaßvogel.
Seit der WM-Herausforderer in einem Rundenturnier mit Hin- und Rückrunde ermittelt wird, ist das Kandidatenturnier mein absolutes Highlight! Unvergessen bleibt die Dramatik des letzten Durchgangs bei der Premiere 2013 in London mit den parallelen Niederlagen von Carlsen und Kramnik. Auch wenn klassische Turniere durch die kämpferische Einstellung der nachrückenden Generation zuletzt an Attraktivität gewonnen haben: das Kandidatenturnier bildet noch einmal eine eigene Kategorie – hier geht es wirklich um etwas! Erst recht, seitdem auf den Sieger nicht mehr Magnus Carlsen wartet, was das Unternehmen »Weltmeisterschaft« stets zu einem nur bedingt erfolgversprechenden Unterfangen machte. Diesmal wird der Herausforderer aller Wahrscheinlichkeit nach als Favorit in das anstehende Titelmatch gegen den zuletzt formschwachen Gukesh gehen.
Das internationale Fritz-Baumbach-Memorial des Deutschen Fernschachbundes (BdF) startet bereits am 24. April 2026. Bei einem Meldeschluss am 3. April ist nur noch wenige Tage Zeit sich anzumelden. Das Turnier ist offen für alle Spielerinnen und Spieler mit einer Fernschach-Elo von 0 bis 2750 nach der ICCF-Liste vom 1. April. Der Spielmodus sieht 10 Züge in 50 Tagen vor. Aktuell haben wir bereits über 400 Anmeldungen aus 51 Nationen.
Gestartet wird in Gruppen von Spielern mit ungefähr gleicher Spielstärke. Jeder kann sich für maximal zwei Gruppen anmelden. Das Turnier wird wenn möglich im Silli-System (12 Spiele) auf dem ICCF-Server gespielt.
Weitere Informationen findet man auf der ICCF-Seite und selbstverständlich auch beim BdF.
Deutscher Fernschachbund
Mit GM Raj Tischbierek und Finn Engesseraus der DSB-Öffentlichkeitsarbeit spricht Blübaum über seine Vorbereitung, riskante Gegner, überraschende Ideen am Brett und warum am Ende doch alles auf die eigene Form ankommt. Zwischen Eröffnungsarbeit, Erwartungsdruck und Außenseiterrolle wird klar: Blübaum reist nicht nur zum Mitspielen an. Und ganz nebenbei klärt sich auch eine der entscheidenden Fragen des Turniers: Reichen zehn Hemden für zwei Wochen Weltklasse-Schach?
Sandra Schmidt, die Turnierchefin der DSAM, spricht von einem „ganz besonderen Teilnehmer“. Wenn er gemeinsam mit seinem Assistenten am Brett sitze, dann erinnere sie die Szenerie an den Film „Ziemlich beste Freunde“. Eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von einem Mann im Rollstuhl und seinem Helfer. Oliver Biermann sitzt auch im Rollstuhl. Der 36-Jährige aus Berlin erkrankte im Alter von drei Jahren am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS). „Die Krankheit griff zunächst meine Nieren an, anschließend die Bauchspeicheldrüse und schließlich das Kleinhirn“, schreibt Oliver, der mit der DSB-Öffentlichkeitsarbeit über einen Chat kommuniziert. „Ich organisiere mein Leben mit einem 24/7-Assistenzteam“, also rund um die Uhr: „Trotz aller Herausforderungen bin ich ein lebensfroher Mensch.“ Das kann Dario Mulas nur bestätigen. Der 33-Jährige ist persönlicher Assistent für Menschen mit Behinderung. Oliver Biermann sei quasi sein Chef, sagt er mit einem Lächeln, „einer der besten Chefs, die ich bisher hatte“. Und: „Oli ist super unkompliziert, fröhlich, ein offener Typ. Ich bewundere ihn für seine Einstellung zum Leben. Er ist so aktiv – davon könnten sich wirklich viele Menschen eine Scheibe abschneiden.“
Mit einer gut besetzten Pressekonferenz hat die Stadt Dresden gemeinsam mit dem Deutschen Schachbund und weiteren Partnern den Schachgipfel 2026 angekündigt. Das Event findet vom 16. bis 26. Juli 2026 im Internationalen Congress Center Dresden (ICD) statt und vereint insgesamt 13 Deutsche Meisterschaften unter einem Dach. Auf dem Podium sprachen unter anderem Dirk Hilbert (Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden), Ingrid Lauterbach (Präsidentin des Deutschen Schachbundes), Hans Bodach (Vorsitzender Förderverein Schach Wolfgang Uhlmann e. V.) sowie Vertreter der Stadtverwaltung. Einigkeit herrschte darüber, dass der Schachgipfel nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich ein herausragendes Ereignis werden soll.
Das Erfolgsformat „Mädchen-Schach Super Tuesday“ feierte seine siebte Auflage. Diesmal waren beim Online-Gruppentraining im Rahmen DSB-Mädchen-Schach-Förderungsprojekts U12 wieder 66 Mädchen dabei. Für sie sei es zweifellos ein echtes Highlight gewesen, so Nadja Jussupow. Die DSB-Frauenschach-Referentin hat die Online-Trainingsserie initiiert – und ist längst auch überrascht vom großen Erfolg. Denn insgesamt haben nun schon 489 Talente an den Trainingssessions teilgenommen. Diesmal wartete mit Lara Schulze eine Nationalspielerin auf die Mädchen. Wer Lara Schulze kennt, der weiß: Es wurde ein erfrischendes Training, bei dem auch viel gelacht werden durfte. Und das, obwohl sich das Thema richtig schwer anhört: „Das Prinzip der schlechtesten Figur.“
Am Dienstag, dem 24. März 2026, fand das Austauschforum Verbandsentwicklung des Deutschen Schachbundes statt. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über aktuelle und geplante Projekte in den Bereichen Verbandsentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Inklusion, Ausbildung, Breitenschach und Onlineschach zu informieren und dazu in den Austausch zu gehen.