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Spannender könnte die Schlussphase der Deutschen Meisterschaften in Dresden kaum sein. Zwei Runden vor Schluss ist sowohl in der offenen Meisterklasse als auch in der Frauen-Meisterklasse noch alles offen. Während Bennet Hagner trotz eines Remis seine Führung verteidigte, verkürzte Alexander Donchenko mit einem spektakulären Sieg gegen Niclas Huschenbeth den Rückstand auf die Spitze. Bei den Frauen behauptete Dinara Wagner mit einem Erfolg über Lisa Sickmann die Tabellenführung, doch Kateryna Dolzhykovableibt nach ihrem dritten Sieg in Folge dicht auf den Fersen.
In der Kategorie 50+ bleibt nach der 7. Runde Lokalmatador Dieter Kaiser (SG Grün-Weiß Dresden) mit einem halben Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze. Der an Nummer 12 gesetzte Kaiser hielt am Spitzenbrett mit Schwarz gegen IM Cliff Wichmann (ESV Nickelhütte Aue) remis und steht nun bei 6 Punkten, Wichmann folgt mit 5,5.
Kaisers Turnierleistung liegt bislang bei rund 2500 – über 300 Punkte über seiner Elozahl von 2166!
Michael Rütten berichtet:
Am Samstag, 29.06.26 fand in der Ettlinger Schlossgartenhalle die 42. Auflage der Deutschen Blitzmannschaftsmeisterschaften statt. Der Ausrichter hatte sich anlässlich seines 100-jährigen Vereinsjubiläums um die Ausrichtung beworben. Bei Außentemperaturen um 40 Grad, waren die Spielbedingungen in der klimatisierten Halle ganz hervorragend. Nach kurzen Eröffnungsworten durch Dr. Thomas Weber, den Vorsitzenden des SK Ettlingen, bedankte sich Bundesturnierdirektor Michael Rütten beim Veranstalter und allen teilnehmenden 26 Mannschaften. Hauptschiedsrichter Ege Yigit Ünsal eröffnete das Turnier mit Freigabe der ersten Runde.
Wer Rebekka Schuster googelt, der bekommt exakt jenen Eindruck von ihr, den sie selbst so beschreibt: „Ich glaube, mein Tag hat mehr als 24 Stunden.“ Das gilt für ihr Berufsleben – aber auch für ihr Hobby: Schach. Sie ist der Prototyp der vielfältig aktiven Schachspielerin und -funktionärin. Die Leidenschaft für den Schachsport wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. „Mein erster Schachausweis wurde mir ausgestellt, als ich ein Jahr alt war“, sagt sie und lacht: „In dem Alter sitzt man natürlich nur da und bewegt die Figuren.“ Die Figuren bewegen, wesentlich zielsicherer als damals, wird sie auch beim Schachgipfel in Dresden. Rebekka Schuster, 41, von der SG 1871 Löberitz hat sich fürs Finale der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft qualifiziert. Beim DSAM-Turnier in Travemünde. Als sie danach nach Hause kam, standen ihrer Töchter Clara und Isabell, beide auch Schachspielerinnen, 15 und 17 Jahre alt, schon an der Eingangstür und empfingen die erfolgreiche Mama mit „Finaaaaaale“-Rufen.
Am 20. Juli fanden sich im Orgbüro der Volunteers insgesamt 14 Schachfreundinnen und Schachfreunde zum K.-o.-Löseturnier ein, das im Rahmen des Schachgipfels in Dresden ausgetragen wurde. Gelöst wurde nach dem Ausscheidungssystem: Alle Teilnehmer erhielten dieselbe Zweizüger-Aufgabe gleichzeitig vorgelegt und mussten den Schlüsselzug – den ersten Zug von Weiß – so schnell wie möglich per Buzzer anzeigen. Eine richtige Antwort brachte einen Punkt, eine falsche ging automatisch an die Gegnerin oder den Gegner. Von Runde zu Runde stiegen die Anforderungen: Achtel- und Viertelfinale wurden im Modus „Best of 3" gespielt, das Halbfinale „Best of 5" und das Finale schließlich „Best of 7".
Die sechste Runde der Deutschen Meisterschaften brachte in beiden Meisterklassen wichtige Weichenstellungen. In der offenen Klasse verteidigte Bennet Hagner mit einem Remis im Spitzenduell gegen Luis Engeldie Tabellenführung. Bei den Frauen endete die Siegesserie von Titelverteidigerin Dinara Wagner: Kateryna Dolzhykova fügte der Favoritin die erste Niederlage des Turniers zu und machte das Rennen um den Titel wieder völlig offen.
++ Nachtrag, 22.07.2026: Noch sind mehrere Plätze frei. Alle Infos & Anmeldung ++
Am 25. und 26. Juli 2026 lädt der Deutsche Schachbund zum fünften Mal zur Bundesvereinskonferenz ein – diesmal im Rahmen des Schachgipfels in Dresden. DSB-Vizepräsident Jannik Kiesel erklärt im Interview, warum sich die Anreise lohnt: „Wer sich fragt, wie andere Vereine Mitglieder gewinnen, Ehrenamtliche entlasten oder neue Angebote schaffen, bekommt hier nicht nur Antworten, sondern auch viele Ideen zum Mitnehmen."
Im Mittelpunkt stehen sechs praxisnahe Workshops, die zentrale Themen der modernen Vereinsarbeit aufgreifen. Jörg Schulz, ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend, zeigt, wie gutes Jugendtraining aussieht und wie Vereine junge Menschen langfristig ans Schach binden. Parallel dazu widmet sich Dr. Rainer Kempe dem Seniorenschach und stellt unter dem Motto „Miteinander – Füreinander" vor, wie aktives Schachleben auch im Alter gelingen kann. Bettina Bensch, Preisträgerin des Goldenen Chesso 2026, beleuchtet, warum Mädchen und Frauen besondere Angebote brauchen und wie Vereine diese Zielgruppe erfolgreich ansprechen. Malte Ibs diskutiert gemeinsam mit den Teilnehmenden die aktuellen Herausforderungen von Schachvereinen – von der Mitgliedergewinnung bis zur Entlastung Ehrenamtlicher. Jannik Liebelt zeigt, wie Onlineschach das Vereinsleben sinnvoll ergänzen kann und neue Zielgruppen erschließt. Rüdiger Bock schließlich gibt praktische Tipps, wie Turniere gezielt zur Mitgliedergewinnung und Vereinspräsentation eingesetzt werden können.
Da jeweils zwei Workshops parallel stattfinden, empfiehlt Kiesel, als Verein mit mehreren Personen anzureisen: „So nimmt man deutlich mehr mit."
Die Teilnahme kostet 10 € pro Person. Alle Informationen zur Anmeldung und kurze Beschreibungen der Workshops findet ihr hier.
In unserer schnelllebigen Zeit ist fast schon in Vergessenheit geraten, dass sich Alireza Firouzja bei der Bukarester Etappe der Grand Chess Tour im Mai den Knöchel verletzte, was einen Gehstiefel erforderte. Er spielte noch zwei Partien vom Bett eines Hotelzimmers aus, trat dann aber vom Turnier zurück.
Das rief in den Schachmedien nicht zuletzt wegen der ungewöhnlichen, entfernt vergleichbaren Fotos Erinnerungen an Tilburg 1985 wach. Tony Miles bestritt damals wegen Rückenproblemen den Großteil seiner Begegnungen auf einer Massagebank liegend und wurde trotz dieses Handicaps geteilter Turniersieger.
Die fünfte Runde der Deutschen Meisterschaften brachte eine Vorentscheidung im Kampf um die Tabellenführung – zumindest vorläufig. Bennet Hagner bezwang Niclas Huschenbeth und ist mit 4 aus 5 Punkten nun alleiniger Spitzenreiter der offenen Meisterklasse. Bei den Frauen marschiert Titelverteidigerin Dinara Wagner derweil weiter souverän vorneweg und vergrößerte ihren Vorsprung auf einen ganzen Punkt.
Heute möchte ich nicht mit den Zwischenständen der Seniorenmeisterschaften beginnen, sondern aus einer Mail zitieren, die uns ein Teilnehmer zugesandt hat. "…zunächst möchte ich mich herzlich für die hervorragende Organisation und den reibungslosen Ablauf der Deutschen Senioren-Schnellschachmeisterschaft bedanken. Das Turnier war ausgezeichnet vorbereitet, und ich habe mich während der gesamten Veranstaltung sehr wohl gefühlt.“ Die Bilder vermitteln einen Eindruck davon, was die Schiedsrichter Tag für Tag bei einem Turnier mit über 300 Teilnehmern leisten.